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Geschichte im Westen
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Viel interessanter ist jedoch, wie sich die Geschichte des Ginseng in der westlichen Hemisphäre darstellt. Erstaunlich genug, daß Marco Polo (1255-1324) nach seiner Heimkehr aus China nicht ausführlich vom Ginseng berichtete, was schwer erklärbar ist, weil seine Familie Kaufleute waren und sich Ginseng in China gerade zu dieser Zeit großer Beliebtheit erfreute.
Es war ein unbekannter holländischer Kaufmann, der 1610 als erster Europäer Ginseng ins Abendland brachte. Allerdings fand er seinerzeit weder bei der Wissenschaft noch beim breiten Publikum Interesse. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts bezeichnete Hendrick Hamel, wiederum ein Holländer, Ginseng als ein koreanisches Produkt. Er tat dies in seinem Buch „Schiffbruch eines holländischen Bootes an der Quelpart-Küste". Demnach konnte sich Hamel 1653, nach Untergang seines Schiffes südlich der koreanischen Insel Cheju (Quelpart), zusammen mit einigen seiner Kameraden an Land retten, wo sie jedoch eingekerkert wurden. Erst 1666 gelang ihnen die Flucht.
Und noch ein Holländer, Nicolas Witsen, erwähnte im Verlauf des 17. Jahrhunderts die Wurzel, und zwar in seinem Buch „Nord- und Ost-Tartarentum".
Die erste detaillierte Beschreibung der Pflanze, sowohl aus botanischer als auch medizinischer Sicht, nahm der französische Jesuiten-Pater Jartoux vor. In einem Brief vom 12. April 1711 schrieb er: "...Ginseng ist eine ausgezeichnete Medizin, um Müdigkeit zu bekämpfen, die von einer Überbeanspruchung des Geistes oder des Körpers herrührt. Er bringt eine Substanz hervor, die beruhigt, belebt und Winde austreibt. Ginseng stärkt Brust und Lungen, stoppt Erbrechen, regt den Appetit an, verstärkt die Funktion des Magens, verdünnt das Blut, beseitigt Schwindel und verlängert das Leben der Alten. Hätte Ginseng diese Eigenschaften nicht, würden ihn Chinesen und Tartaren nicht so hoch schätzen. Sogar Gesunde benutzen Ginseng, um ihren guten Zustand zu erhalten oder noch weiter zu verbessern. Ohne Zweifel, Ginseng regt die Blutzirkulation an, wärmt den Körper, hilft bei Verdauungsstörungen und erhöht die körperliche Kraft..."
Ein weiterer Jesuiten-Missionar, Lafiteau, hörte in Kanada von diesem Brief und machte sich sofort auf, um herauszufinden, ob Ginseng auch in diesem Teil der Welt existierte. Tatsächlich spürte er 1716 in den Wäldern nahe Montreals einige Pflanzen auf, eine Entdeckung, die im Süden Kanadas und im Norden der USA den Beginn einer Massen-Kultivierung des Ginseng einleitete. Vom bald florierenden Export gingen die größten Mengen nach China.
Allerdings handelte es sich nicht um Panax ginseng, sondern um Panax quinquefolius (amerikanischer Ginseng), der mit dem echten koreanischen Ginseng nicht zu vergleichen ist. Er enthält wesentlich weniger verschiedene Ginsenoside und ist deshalb kein Adaptogen.
Im Westen dauerte es jedoch bis Ende des 19. Jahrhunderts, ehe die Wurzel erstmals wissenschaftlich untersucht wurde. Offiziell tauchte der Ginseng als Medizin nur im Pharmazeutischen Journal der USA in den Jahren 1840-1880 auf. Heute findet er als Heilmittel lediglich inoffiziell Erwähnung im 88. Bulletin des US-Ministeriums für Landwirtschaft, Abteilung Pflanzenbau. Trotzdem begannen einige Forscher, die den Wert der Wurzel erkannten, mit wissenschaftlichen Untersuchungen. Einer der ersten war Dr. A. R. Harding aus Columbus, Ohio, der seine Arzt-Praxis aufgab, um sich nur noch der Kultivierung des Ginseng zu widmen. Seine Forschungsergebnisse faßte er in einem Buch "Ginseng und andere Heilpflanzen" zusammen, das 1908 herauskam.
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Herkunft des Ginseng / Sansam
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