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Ginseng-Menschen: Simmani

Sansam wird noch von einer Gruppe von Menschen berufsmäßig gesammelt, die unter dem Namen Sim-mani bekannt sind. Man glaubt, daß die Wurzel ein Geschenk des Berggottes ist, daß die Fundorte nur im Traum offenbart werden und daß es die Seele der Pflanze selbst ist, die auf telepathischem Wege mit dem Sammler in Verbindung tritt.

Das Leben eines Simmani gleicht in der Regel dem anderer Leute. Meist bewirtschaftet er zusammen mit seiner Familie eine kleine Farm. Sein Verhalten ändert sich jedoch schlagartig dann, wenn die Zeit naht, sich auf die Suche nach der Wurzel zu machen. Ohne äußerlich erkennbare Gründe beginnt er plötzlich, ein asketisches Leben zu führen. Er schläft getrennt von seiner Frau, ißt weder Fleisch noch Fisch und betritt kein Haus mehr, in dem ein Toter aufgebahrt ist oder Trauer herrscht. Überhaupt meidet er in dieser Zeit Menschen, die trauern und würde auch keinen Blick auf einen toten Körper werfen, nicht einmal auf den eines herrenlosen Hundes oder eines Huhnes.



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Wunderschöne Bergwelt


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Der Zeitpunkt des Aufbruchs wird im allgemeinen vom ältesten der Simmani einer Region mit Hilfe eines Mediums festgelegt. Der so bestimmte Tag wird streng geheimgehalten und nicht einmal der Ehefrau mitgeteilt. Die Expedition in die Berge erfolgt in der Regel in Gruppen. Sie werden vom Ältesten geleitet, auf den für die gesamte Dauer der Unternehmung alle Macht übergeht und der, was offensichtlich selten nötig ist, auch Streit schlichtet und Urteile fällt.

Am Vorabend des Abmarsches trifft sich die Gruppe an einem geweihten Ort, normalerweise am Shammi-ni Schrein des Dorfes. Dort wird in einem Ritual um Schutz in den Bergen und um gute Fundorte gebeten. Am Schluß verbrennt der Führer in einer Beschwörungszeremonie zweimal Reispapier, um festzustellen, ob ihnen der Schutzgott durch die Gebete wohlgesonnen ist. Die Simmani glauben, daß dies dann der Fall ist, wenn der Wind die Asche des Reispapiers in Richtung der Berge trägt. Den Rest der Nacht verbringen sie dann wach, indem sie sich bei Kerzenlicht auf den Abmarsch vorbereiten, der früh in der Dämmerung erfolgt, weil das Ziel noch am selben Tag erreicht sein muß. Allein der Führer weiß, wohin es geht, und so marschieren sie schweigend und dem Alter nach in einer Reihe hintereinander. Jeder von ihnen trägt einen langen hölzernen Stock, der
nicht nur das Gehen erleichtern und vor Schlangen oder anderem Getier schützen soll.

Er ist außerdem das einzige Hilfsmittel, mit dem sich die Simmani untereinander verständigen, was dadurch geschieht, daß sie ihn, ähnlich dem Morsen, gegen die Felsen schlagen.

Ist das Zielgebiet erreicht, wird als erstes das Lager aufgeschlagen. Hierzu werden aus Ästen und Zweigen Hütten errichtet, einzelne kleine zum Schlafen sowie eine große für Zusammenkünfte und die gemeinsamen Mahlzeiten. Gespräche sind nur in der großen Hütte und nur dann erlaubt, wenn sie sich auf die Träume beziehen, die das Unternehmen der Ginseng-Suche betreffen. Und allein dem Führer ist es erlaubt, diese Träume hinsichtlich möglicher Fundplätze zu interpretieren, eine wichtige Entscheidung für die Arbeit des jeweils nächsten Tages. Ist jedoch eine Ginseng-Pflanze gefunden worden, muß der Simmani, der sie aufgespürt hat, dreimal laut rufen: "lch habe den San-sam gesehen" und seinen Stock am Fundort in den Boden rammen. Auf diesen Ruf hin haben alle anderen die Suche zu unterbrechen und müssen herbeieilen, um beim Ausgraben der Wurzel behilflich zu sein.

Dies wiederum geschieht ausschließlich mit bloßen Händen. Werkzeuge sind nicht zugelassen. So soll sichergestellt werden, daß selbst die kleinsten Haarwürzelchen unbeschädigt bleiben. Bricht auch nur eines ab, wird die Wurzel zur "zornigen Wurzel" und verliert automatisch an Wert. Denn der Zorn einer solchen Wurzel geht, wie man glaubt, direkt auf den über, der sie verzehrt. Ist die Wurzel dann vollständig ausgegraben, sind die Sammler gehalten, an gleicher Stelle einige Münzen zu vergraben, um dem Berggott für sein wertvolles Geschenk zu danken.

Insgesamt dauert die Suche jeweils fünf bis zehn Tage. Danach kehrt die Gruppe ins Dorf zurück, wie auf dem Hinweg, einer hinter dem anderen. Diesmal übernimmt jedoch der glückliche Finder die Spitze. Und um sein Glück vor den Dorfbewohnern noch zu unterstreichen, trägt er statt einem nun zwei Stöcke. So spielt sich das Leben der traditionellen Sansam-Sucher ab, von denen es nach offiziellen Angaben heute noch rund 70-80 gibt. Sie leben an den Hängen der höchsten Berge des Landes des Sorak, des Chi-ri, des Odae und einiger anderer.



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Ginseng-Suche als Hobby

Natürlich gehen viel mehr Menschen auf Ginseng-Suche. Sie betreiben dies jedoch mehr als Hobby, z. B. beim sonntäglichen Spaziergang und gehen dabei von völlig anderen Voraussetzungen aus. Da ist vom Mystischen oder von einer Inspiration durch den Berggott nichts mehr zu spüren. Sie träumen vielmehr davon, durch einen glücklichen Fund schnell reich zu werden.



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Sansam / Mit den Njong-Simmani in den Bergen

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