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Sansam

Wie bereits erwähnt, tragen die beiden Grundtypen des Ginseng in Korea auch unterschiedliche Bezeichnungen. Der kultivierte Ginseng wird Insam, der noch wild in den Bergen wachsende Sansam genannt.

Aus wissenschaftlicher und medizinischer Sicht waren natürlich die Qualitäten des kultivierten Ginseng von besonderem Interesse, so daß man sich inzwischen ein recht gutes Bild von den tatsächlichen Wirkungseigenschaften der Wurzel machen kann.

Dieser Bericht wäre jedoch unvollständig, würde man nicht auch den Aspekt des Mystischen erwähnen, der allerdings vornehmlich dem wilden Ginseng, dem Sansam, anhaftet.

So kam z. B. im Oktober 1981 in Seoul eine Wurzel zum Verkauf, für die sage und schreibe 38500 Dollar bezahlt wurden. Es handelte sich um eine 68 Gramm schwere Sansam-Wurzel, die von Experten auf mindestens 100 Jahre geschätzt wurde. Sie war wenige Tage zuvor von einem 58jährigen Bauern an den Hängen des Berges Sorak, in der Provinz Kangwon, direkt an der Grenze zu Nord-Korea, gefunden worden.

Wäre Shin Huang-ti, ein Herrscher aus der Chin-Dynastie (221-206 v.Chr.), noch am Leben gewesen, hätte dieser sicher einen viel höheren Preis bezahlt. Denn von ihm, der als Vater der Großen Chinesischen Mauer angesehen wird, geht die Legende, daß er seinerzeit einen Einsiedler und 3000 seiner treuesten Männer aussandte, um nach dem Elixier für ein langes Leben zu suchen.

Dazu sollte die göttliche Pflanze des ewigen Lebens gefunden werden, die wild in den Bergen der Halbinsel wuchs. Kein Zweifel, daß es sich dabei um Sansam gehandelt haben muß.

Im gesamten Osten galt Ginseng als wundertätig, als Allheilmittel (panacea) für alle Krankheiten, als eine geheimnisvolle Medizin.

Von Han Yong-jae, einem Sansam-Experten, wissen wir, daß der Preis für eine Wildwurzel von drei Faktoren abhängig war: dem Gewicht, dem Alter und der Gestalt.

Er war besonders hoch, wenn die Wurzel mehr als 38 Gramm wog und die Gestalt einer nackten Frau, eines Knaben oder eines Drachen hatte. Und schließlich glaubte man, daß die Wurzel mehr Nutzen brächte, wenn der vom Verkäufer verlangte Preis nicht heruntergehandelt, sondern voll bezahlt wurde.

Heute kommt Sansam in Korea nur noch sehr selten vor. Entsprechend hoch ist der Preis. Alte Aufzeichnungen sprechen davon, daß Sansam bereits während der letzten Periode der Koryo-Dynastie (936-1392), der großen Nachfrage des Hofes und des massenhaften Exportes nach China wegen selten geworden war. 1981 kamen in Korea rund 50 Wildwurzeln zum Verkauf. Die meisten von ihnen zeigten jedoch keinerlei medizinische Wirkung, was daran lag, daß sie falsch identifiziert worden waren. Es war ganz einfach kein Panax ginseng C. A. Meyer.


 

Wildwachsender Ginseng - ein Schatz, den man mit Ehrfurcht betrachten muß



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