한국 - Korea

한글 - Die koreanische Schrift

Die koreanische Schrift 한글 Hangeul war ein Glücksgriff für die Koreaner. Das koreanische Alphabet wurde im 15. Jahrhundert erschaffen. Es ist phonetisch, das bedeutet, dass jedes Zeichen immer gleich ausgesprochen wird, zumindest theoretisch. In der Praxis gibt es schon Abweichungen. Einzelne Buchstaben werden zu Silben zusammengefasst, die ein Quadrat bilden. Daraus formen sich dann die Wörter und Sätze. Das hört sich komplizierter an als es ist.

Tatsächlich ist das koreanische Alphabet weit einfacher als unser eigenes, denn wir benutzen z. B. Schreibschrift und Druckbuchstaben, Groß- und Kleinschreibung. Das macht in der koreanische Schrift keinen Unterschied. Vor allem ist es natürlich viel einfacher zu erlernen als die chinesischen Ideogramme. Diese Lösung ist auch wesentlich einfacher als die japanische Lösung, die neben den chinesischen Ideogrammen noch die Silbenschriften Hiragana und Katakana verwenden.

Allerdings verwenden manche elitären Koreaner immer noch bevorzugt chinesische Ideogramme. So wurden auch schon koreanische Präsidenten dafür kritisiert, chinesische Ideogramme statt der koreanischen Schrift bei offiziellen Anlässen verwendet zu haben.

Einen ersten Eindruck über die koreanische Schrift haben Sie bereist auf einigen Seiten des Ginseng-Laden.de gehabt. Wir möchten hier aber keinen Sprachkurs veröffentlichen. Das können andere viel besser.

Das erste Buch gedruckt mit beweglichen Lettern aus dem Jahr 1377

 

Die Koreaner haben nicht nur ihre eigene Schrift. Sie haben auch den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden. Das erste Buch, das so gedruckt worden ist, stammt aus dem Jahr 1377, knapp achtzig Jahre vor Johannes Gutenberg. Die koreanische Schrift gab es damals aber noch nicht.

Südkorea

Südkorea ist ein faszinierendes Land

Der größte Teil des Landes ist gebirgig. Ein Viertel der 44 Millionen Einwohner lebt in der Hauptstadt Seoul. Die Stille in den vielen Gebirgstälern mit ihrer wunderschönen Natur setzt einen wirkungsvollen Kontrast zu dem hektischen Leben in den Großstädten.

Im Mittelgebirge Koreas ist die Heimat des Ginseng

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ist die Heimat des echten koreanischen Ginseng, der in der Stille der Bergwelt gedeiht, in einem Boden und Klima, wie man sie nur hier findet.

Die quirlige Betriebsamkeit der Menschen in den Städten wirkt ansteckend auf den Besucher.

 

Aufbruchstimmung

nachts in Kwangmyong

Nachts in Kwangmyong, einer Vorstadt von Seoul. Das Leben pulsiert auch nachts. Links Herr Song, einer der bekanntesten koreanischen Schriftsteller der Gegenwart (Bruder der Inhaberin des Ginseng-Laden.de), in der Mitte Dr. Chong, bekannter Arzt für koreanische Heilkunde in dessen Praxis Harald Schicke (rechts), Ginseng-Berater für den Ginseng-Laden.de, die koreanische Konstitutionsakupnktur Sa-am erlernt hat.

 

Noch um Mitternacht haben die meisten Läden geöffnet und das Leben pulsiert. Südkorea hat es dank des Fleißes seiner Bewohner nach dem Koreakrieg geschafft, an die dreizehnte Stelle der Industrienationen aufzurücken.

Kein Funkloch wie in Deutschland

In manchen Bereichen hat es Deutschland schon ein- bzw. überholt. Der Mobilfunk funktioniert überall und bestens. Breitbandiges Internet (DSL - mehrfach so schnell wie in Deutschland) mit günstigen Pauschalen ist der Standard.


Der koreanische (Massen-) Schiffbau liegt weltweit an der Spitze. Elektronische Geräte (Samsung, LG usw.) sind inzwischen weltbekannt für ihre Qualität. Koreanische Autos (Hyundai, Kia) bieten hervorragende Qualität.

Über dem Land liegt eine unglaublich mitreißende Aufbruchstimmung, wie sie hierzulande wohl in der Zeit des Wirtschaftswunders herrschte.

Von der derzeitigen Krise lassen sich die Koreaner nicht beeindrucken. Statt zu jammern, arbeitet man einfach mehr. Die Koreaner haben dabei einen Vorteil, der in Deutschland schon lange verlorengegangen ist: sie werden vom Staat nicht so sehr bevormundet und reglementiert wie in Deutschland wenn sie wirtschaftlich tätig sein wollen.

In Korea gibt es noch eine große Kultur der Selbständigkeit, die es bei uns lange nicht mehr gibt. Überall gibt es kleine Läden, Restaurants, Dienstleistungsfirmen. Man macht einfach, statt wie in Deutschland monatelang auf eventuelle Erlaubnis zu warten.

 

 

Gesunde Ernährung

Frische und Vielfalt sind das Markenzeichen der koreanischen Eßkultur. Selbst im einfachsten Restaurant wird das Essen frisch zubereitet.

Wer einmal einen Markt besucht, verschafft sich einen guten Überblick, was man alles essen kann. Fisch und Meeresfrüchte gibt es in einer Vielzahl, die man sich kaum vorstellen kann. Dazu lebend, frisch geschlachtet, gefroren oder getrocknet. Algen in vielfältiger Form, Blätter, Stengel, Gemüse und Obst. Getreide und Pilze, Fleisch und Gewürze - die Auswahl ist gigantisch!

Dazwischen gibt es überall kleine Restaurants - hier würde man sie vielleicht als Imbisse bezeichnen - in denen man sich etwas Frisches zubereiten lassen kann.

Vor dem Besuch eines Restaurants gibt es aber einiges zu lernen. Wer ein Restaurant besucht (keinen Imbiss), muss seine Schuhe ausziehen, bevor er zu seinem Tisch gehen darf. Das gilt übrigens auch für Wohnungen und einige andere Orte wie Tempel.

Koreanisches Essen im RestaurantAußerdem sollten Sie das Essen mit Stäbchen gelernt haben. Das ist übrigens gar nicht so schwierig, wie es manchem erscheinen mag und ist im übrigen recht praktisch. Das Essen erfolgt nicht in verschiedenen Gängen, sondern alle Gerichte kommen gleichzeitig auf den Tisch. Reis und Suppe sind für einen persönlich. Die anderen Bestandteile des Essens sind gemeinsam für Sie und Ihre Begleiter. Sie wählen und essen ganz nach Ihrem Geschmack von allem, was auf dem Tisch steht.

Versuchen Sie es doch einmal mit einem Fisch! Den können Sie sich im Bassin aussuchen. Er wird filetiert und roh serviert. Dazu gibt es eine ganze Anzahl verschiedener Blätter (Blattsalate, Sesam-Blätter u.a.) und Gemüse, scharfe Soßen und frischen Knoblauch. Dabei macht man sich die natürlichen antibotischen Eigenschaften des Knoblauchs zunutze, der eventuell vorhandene Bakterien oder Parasiten zuverlässig abtötet.

Man nimmt ein Blatt in die eine Hand, greift sich mit den Stäbchen ein Stück rohes Fischfilet, tunkt es in die Soße, legt es ins Blatt, greift mit den Stäbchen ein Stückchen Knoblauch und danach Gewürzpaste, legt alles auf das Blatt, rollt es zusammen und führt es in den Mund. Ein köstlicher Genuß!

Danach wird die Suppe gereicht aus den Resten des Fisches und mit einer großen Anzahl anderer Meeresfrüchte und Gemüse. Reis ist dazu obligatorisch. Er gleicht die für unseren Geschmack oft etwas scharfen Speisen aus.

Mit so einem Gericht haben Sie sehr preiswert und bei einem hohen Genußwert wesentlich mehr Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe eingenommen als hier mit den viel teureren, oft empfohlenen Medikamenten, die nicht mal einen Genußwert liefern.

 

 

 

Heilkunde

Beim Kräuterarzt in Gochang

In der Praxis eines Kräuterarztes in Gochang. Schon beim Eintritt umfängt einen der Duft der vielen Heilkräuter, die in den Schubladen gelagert sind.

Ein bißchen wie bei uns, zwischen Arzt und Heilpraktiker, nur viel perfekter. Es gibt getrennte Universitäten für Schulmedizin und Naturheilkunde. Die Ausbildungsdauer beträgt jeweils sechs Jahre.

Während in Deutschland ein Schulmediziner auch Naturheilkunde machen darf, wenn er eine Zusatzausbildung absolviert hat (dann aber immer noch schulmedizinisch denkt), ein Heilpraktiker auch schulmedizinische Diagnosen und Therapien anwenden darf (auf die er sich sicherlich nicht so gut versteht wie ein Schulmediziner), gibt es in Korea die strikte Trennung:

Schulmedizin (die dort westliche Medizin heißt) darf nur der Schulmediziner betreiben, Naturheilkunde nur der Kräuterarzt. Kein Schulmediziner darf dort eine Akupunkturnadel setzen, weil er aufgrund seiner Ausbildung eben nichts davon versteht. Ebenso darf ein Kräuterarzt keine Spritze verabreichen.

Früher stand die Schulmedizin hoch im Kurs. Kaum jemand wollte Kräuterarzt werden. Inzwischen hat sich die Situation gänzlich gewandelt. Die Menschen haben gründlich festgestellt, daß die Schulmedizin - außer in bestimmten Bereichen (wirklich notwendige Operationen z. B.) - viel mehr verspricht als sie halten kann.

Deshalb besinnt man sich wieder auf die Jahrtausende alte traditionelle asiatische Heilweise, die oft ganz erstaunliche Erfolge zeigt. Falls für die Behandlung Kräuter notwendig sind, kauft man sie direkt beim Kräuterarzt als eigens für den Patienten abgestimmte Mischung, die in der Kräuterküche des Arztes zubereitet und portioniert wird. Man kann sie auch in vielen Kräuterläden kaufen. In der Apotheke erhält man nur schulmedizinische Präparate.

Links und Informationen

Lesen Sie hier über die konstitutionelle koreanische Akupunktur Sa-am

 

 

태극기 - Nationalflagge

südkoreanische FlaggeDer traditionelle Naturheilgedanke findet sich schon in der Staatsflagge. Die koreanische Flagge heißt 태극기 Taegukki. Sie symbolisiert die Prinzipien von Yin und Yang der asiatischen Philosophie. Der Kreis in der Mitte ist durch eine Kurve in zwei gleiche Teile geteilt. Die obere rote Hälfte repräsentiert die positiven kosmischen Kräfte des Yang. Entsprechend stellt der blaue untere Teil die negativen kosmischen Kräfte des Yin dar.

Beide gemeinsam verkörpern das Konzept ständiger Bewegung und Harmonie, die die unendliche Sphäre charakterisieren. Der Kreis ist umgeben von vier Trigrammen. Jedes symbolisiert eines der vier universalen Elemente Himmel, Erde, Feuer und Wasser.

Damit sind wir auch wieder beim Koreanischen Ginseng angelangt, der eben jenes Konzept der ständigen Bewegung und Harmonie besser als jede andere Pflanze verkörpert, indem er ausgleicht:

  • was zuviel ist, wird weniger
  • was zu wenig ist, wird mehr

Dadurch kann der Ginseng bei einer Fülle von Krankheiten helfen.

한국- Korea

Faszinierendes Land

Korea ist ein faszinierendes Land. Die Inhaberin des Ginseng-Laden.de, Frau Song, stammt von dort. Trotzdem schreibt Ihr Ginseng-Berater, Heilpraktiker Harald Schicke, über dieses immer noch zweigeteilte Land. Denn im Gegensatz zu Frau Song durfte ich beide koreanische Staaten besuchen. Während meiner ersten Asienreise 1977 in der Zeit meiner Ausbildung zum Heilpraktiker stand Korea nicht auf meinem Reiseplan. Aber in Japan habe ich die ersten Koreaner kennengelernt, die mir eine große Ginseng-Wurzel schenkten. Sie stand zwanzig Jahre lang in meiner Praxis, eingelegt in Alkohol.

Seoul - Hauptstadt Südkoreas

viele Menschen, viele Geschäfte, AufbruchNach Südkorea kam ich zum ersten Mal im Jahr 1994. Damals habe ich den Esperanto-Weltkongress in Seoul besucht. Seoul war schon damals eine quirlige Metropole, das absolute Gegenstück zu menschenleeren deutschen Großstädten (die im Vergleich Kleinstädte sind), zumindest am Abend, denn in Deutschland gab es noch das Ladenschlussgesetz. Ab 18.30 h sah man kaum noch Menschen. Ein Phänomen, das nun zwar abgemildert ist, asiatischen Touristen aber immer noch auffällt: "Wo sind denn die Menschen?"

Kalter Krieg

So sieht der Kalte Krieg in Nordkorea aus

Ein Plakat in Pjöngjang. Der Feind ist nicht Südkorea, sondern der US-amerikanische "Aggressor". Aus nordkoreanischer Sicht haben die USA auf der Halbinsel nichts zu suchen. Eine Position, die wohl auch viele Südkoreaner teilen würden.

Auf der koreanischen Halbinsel gibt es immer noch kalten Krieg wie in Deutschland vor der Wiedervereinigung. Zwischen beiden koreanischen Staaten gibt es immer noch keinen Friedensvertrag. Die "Sonnenscheinpolitik" nach der Militärdiktatur in Südkorea gab Anlass zu Hoffnung, die die neue konservative Regierung von Präsident Lee Myung Bak wieder zunichte machte.

China hält seine schützende Hand über Nordkorea, während die USA ihren Einflussbereich mit umfangreichen Truppen in Südkorea sichern.

Streit gibt es auch noch mit der ehemaligen japanischen Besatzungsmacht, die sich für ihre Greueltaten noch nicht öffentlich entschuldigt hat. So gibt es regelmäßig Streit über ein unbewohntes Eiland, die Insel Dokdo, die von beiden Ländern beansprucht wird. Auch über die Bezeichnung des Meeres gibt es heftigen Streit. Japan besteht auf der Bezeichnung "Japanische See", während Korea die Bezeichnung "östliches Meer" für richtig hält.

Wiedervereinigung?!

Viele Menschen im Süden möchten gern eine Wiedervereinigung erreichen, aber die Angst davor ist auch groß, denn der Bruder im Norden ist wesentlich ärmer als es die DDR war. Für die 44 Millionen Einwohner Südkoreas wäre eine Wiedervereinigung neben einem freudigen Ereignis wohl vor allem ein wirtschaftliches Desaster, denn im Norden leben 22 Millionen meist sehr arme Menschen.

In Nordkorea ist die Wiedervereinigung dagegen ein Staatsziel. Davon liest man überall Propaganda, sieht sie im Fernsehen und hört sie in Liedern. Hier würde man es wohl Vaterlandsliebe nennen. Allerdings stellen sich die Nordkoreaner vor, eine Wiedervereinigung im Sinne ihres Großen Führers zu erreichen. Das dürfte kaum mit den Vorstellungen der Südkoreaner übereinstimmen.

Modernstes Breitband weltweit

Nach dem Koreakrieg waren beide Staaten zerstört. Im Süden hat sich ein kapitalistischer Staat gebildet, der Anschluss an die großen Industrienationen gefunden hat. In mancher Hinsicht hat er sie auch übertroffen. Breitbandiges Internet mit 100 Mb/s ist dort längst Standard. Davon kann man in Deutschland nur träumen, besonders auf dem Land. Und selbst in entlegenen Bergen oder in U-Bahn-Tunneln habe ich es nie erlebt, dass es keinen Handyempfang gab. In Deutschland ist man selbst bei einer Bahnfahrt von Funklöchern umgeben. Firmen wie Samsung oder Hyundai sind inzwischen internationale konkurrenzfähige und innovative Großkonzerne. Und wer Dienstleistung schätzt, der wird sie in Südkorea finden.

Noch kein Reiseland - aber sehr sehenswert

해인사 - der berühmteste Tempel Koreas

해인사 - der berühmteste Tempel Koreas

Südkorea ist noch kein eigentliches Reiseland, aber eine Reise ist es allemal wert, sicherlich auch mehrere. So gibt es sehr schöne Strände, Orte mit heißen Quellen und eine romantische Bergwelt, die Wanderer zu schätzen wissen.

Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, mehrmals als Ginseng-Fachmann von einer Firma des südkoreanischen Landwirtschaftsministeriums nach Korea eingeladen worden zu sein. Gastfreundschaft wird in Korea großgeschrieben. Das gilt für Süd und Nord.

Wer Südkorea besuchen möchte, kann sich bei Visitkorea auf Deutsch informieren.

Hotels sind in Korea sehr teuer. Eine günstigere Variante sind "Liebes-Hotels". Auch wenn sich das anrüchig anhören mag: es ist es nicht. Für mehr Luxus bezahlt man viel weniger als in einem der üblichen 5-Sterne-Hotels.

Pjöngjang - Hauptstadt Nordkoreas

Blick auf Pjöngjang

Blick aus meinem Hotelzimmer im Koryo-Hotel - leere Straßen und viele Fußgänger

Im Gegensatz zum quirligen und farbigen Seoul ist Pjöngjang, die Hauptstadt Nordkoreas, betulich und grau. Kaum Autos auf der Straße, selten Fahrräder, aber viele Menschen zu Fuß. Alles grau in grau wie im ehemaligen Ostblock. Farbig ist nur die Propaganda, die man auf Schritt und Tritt sieht, ebenso wie die Monumente für den Großen Führer und seinen Sohn, den Geliebten Führer. Und alles ist ruhig. Dafür sieht man Arbeitsbrigaden, die Grünanlagen pflegen und große Gruppen, die für öffentliche Feiern ihren Auftritt üben. Eine Augenweide sind die schönen Politessen, die unverdrossen und mit militärisch exakten Bewegungen den kaum vorhandenen Autoverkehr regeln. Für Fußgänger sind sie offenbar nicht zuständig. Sie lassen auch die altersschwachen Busse passieren, die in Deutschland von der Polizei wohl sofort aus dem Verkehr gezogen werden würden.

Nordkorea

Reisebericht Nordkorea

Koryo-Ginseng ist wichtiges Exportgut

Für Korea war Ginseng immer ein wichtiges Exportgut. Im Süden ist der Ginseng lange schon von anderen Exportgütern überholt worden. Im Norden ist der Ginseng, dort Koryo Insam genannt, nach wie vor ein sehr wichtiges Exportgut.

Buch über Ginseng aus NordkoreaWas liegt also näher, als den Nordkoreanern zu zeigen, wie sie ihren Ginseng in die EU exportieren können? Das ist der Ansatz, den die Hanns-Seidel-Stiiftung mit ihrem Büro in Südkorea und die EU in ihrem Projekt "Handel zwischen der Demokratischen Volksrepublik Korea und der EU" im Auge haben.

Deshalb wurde unser Ginseng-Berater, Heilpraktiker Harald Schicke, gebeten, in der Hauptstadt von Nordkorea, Pjöngjang, ein Seminar durchzuführen (11.-12. März 2009). Die Auswahl war folgerichtig, denn der Ginseng-Laden.de verkauft seit dem Jahr 2000 nur echten koreanischen Ginseng und hat dank koreanischer Sprachkenntnisse Zugang zu den umfangreichen Forschungen in Korea. Unser Ginseng-Berater kennt den Ginseng bereits seit mehr als 30 Jahren.

Die Entscheidung für das Seminar war allerdings nicht ganz einfach. Die Vorträge sollten auf Englisch erfolgen und dann ins Koreanische übersetzt werden. Warum eine deutsche Stiftung Vorträge auf Englisch verlangt, obwohl es in Nordkorea genügend Dolmetscher für Deutsch gibt, ist schwer verständlich und verringert die Qualität der Vorträge deutlich.

Schließlich überwog aber der Wunsch, eines der abgeschottesten Länder der Welt ein bisschen näher kennenzulernen.

1. Station: Peking

Die Volksrepublik China ist ein faszinierendes Land. Hier ist im wahrsten Sinn alles großartig. China blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück und befindet sich in einem unglaublichen Aufbruch. Es ist mein vierter Besuch in China.

Ein letztes Mahl in PekingEin letztes Mahl in Peking: Peking-Ente

Für die Einreise wird ein Visum benötigt. Das ist aber problemlos zu bekommen. Wer nicht selbst in die chinesische Botschaft in Berlin oder das chinesische Generalkonsulat in Hamburg fahren möchte, beauftragt einen Visumsdienst.

Die Einreise ist vollkommen unproblematisch. Die Chinesen sind sehr freundlich. Im Gegensatz zu Deutschland und Frankreich bin ich hier noch nie gefilzt worden. In China kann man sich ganz frei bewegen. Überall, wo ich ins Internet gelangen konnte, war es problemlos möglich, westliche Medien zu lesen.

China werden oft schlechte Arbeitsbedingungen, Unterdrückung der Bevölkerung, Zensur und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Dabei wird meist mit zweierlei Maß gemessen, denn all das gibt es auch in den sogenannten westlichen Demokratien.

Zensur in Deutschland

In Artikel 5 unseres Grundgesetzes heißt es wörtlich "eine Zensur findet nicht statt". Ein schöner Satz, nur leider ohne solide Grundlage. Die Zensur heißt hier nur nicht Zensur, sondern "Schutz". Ein Aspekt meiner Vorträge wird denn auch die Zensur in Deutschland durch das Heilmittelwerbegesetz und das Arzneimittelrecht sein. Vereinfacht gesagt, ist es verboten, Laien (also den meisten Bürgern) alles über Arzneimittel zu sagen, was sie gerne wissen würden. Dieses Wissen steht nur Fachleuten (Ärzte, Apotheker, Heilpraktiker) zur Verfügung, ganz so wie es schon der Hippokratische Eid verlangt:

"Mit Unterricht, Vorlesungen und allen übrigen Aspekten der Ausbildung werde ich meine eigenen Söhne, die Söhne meines Lehrers und diejenigen Schüler versorgen, die nach ärztlichem Brauch den Vertrag unterschrieben und den Eid abgelegt haben, aber sonst niemanden." - deutsche Übersetzung von Axel W. Bauer.

In China oder Korea werden diese Informationen nicht zensiert.

Der Weg nach Nordkorea

Botschaft Nordkoreas in Peking

In der Botschaft Nordkoreas in Peking. Der Geliebte und der Große Führer sind hier so gegenwärtig wie in Nordkorea

Der Weg nach Nordkorea führt über die Nordkoreanische Botschaft in Peking. Unser Visum war zuvor in der Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea in Berlin beantragt worden. Abholen muss man es dann in Peking. Nach zwanzig Minuten bekommen wir unsere Visa und können nun ins Büro von Koryo Air, der nordkoreanischen Fluggesellschaft, gehen. Die Flugkarten sind zwar schon vorbestellt, aber es gibt sie erst nach Erhalt des Visums und nur gegen Bares.

 

 

1. Tag in Pjöngjang

Die erste Überraschung ist das Flugzeug: eine nagelneue Tupolev (Juli 2008). Die Maschine ist zu zwei Dritteln besetzt und muss schwer am Gepäck schleppen, denn vor der Zollkontrolle türmten sich riesige Gepäckmengen. Nordkoreaner, die ausreisen durften, kommen mit vielen Dingen heim, die man in Nordkorea wahrscheinlich nicht kaufen kann.

Schon am Vortag hatten wir festgestellt, dass rund um die Nordkoreanische Botschaft viele Läden sich auf Nordkoreaner eingestellt hatten. Alle Plakate und Schilder waren auf Koreanisch.

Im Flugzeug gibt es nur Alkoholfreies, aber das Essen ist vielfältig und gut. Da kann der deutsche Marktführer noch viel lernen. Aus dem Fenster sieht man ein Problem: viele Wälder sind abgeholzt worden, weil das Holz zum Bauen oder Heizen gebraucht worden ist. Das ist ähnlich wie bei manchen Ländern in Südeuropa.

Ankunft in Pjöngjang

Das Flugfeld des Flughafens Pjöngjang ist riesig, aber das Flughafengebäude ziemlich heruntergekommen. Die Toilette vor der Einreisekontrolle hat Papier, aber das Wasser funkioniert nicht. Die Toiletten hinter der Kontrolle sind sehr viel schöner, das Wasser funktioniert, aber es gibt kein Papier.

Für mich ist die Einreise unproblematisch. Das Gepäck wird nicht durchsucht, aber das Handy muss gegen Quittung abgegeben werden. Der tragbare Computer wird darauf untersucht, ob er ein GPS-Modul enthält. Unser Delegationsleiter hat es schwerer. Er hat zwei tragbare Computer dabei. Das ist verdächtig. Einer wird erst nach nebenan getragen, dann abtransportiert. Wir müssen rund 90 Minuten warten - aber nicht allein, denn unsere Dolmetscherin hat uns schon erwartet.

Eigentlich brauchen wir keinen Dolmetscher, aber ihre Aufgabe ist es, auf uns aufzupassen. Frei bewegen soll man sich nämlich nicht und für vieles benötigt man eine Genehmigung. Deshalb wohnt sie im selben Hotel wie wir.

Die Fahrt vom Flughafen (rund 20 km) zeigt einen Teil des Landlebens. Viele Menschen sind zu Fuß unterwegs, auf den Feldern sieht man vereinzelt Ochsenkarren. Die Häuser machen einen sehr einfachen Eindruck.

In Pjöngjang gibt es dagegen eher mehr Autoverkehr als ich erwartet hatte. Es gibt Ampeln, aber die sind nicht in Betrieb. Statt dessen regeln schöne Politessen den Verkehr mit genau einstudierten Bewegungen. Es gibt heruntergekommene Viertel, sozialistischen Plattenbau, aber auch neue, ganz moderne Gebäude wie in vielen anderen Städten auch.

Blick aus dem Hotel. Gesunde Bewegung, kaum Fahrräder, keine Motorräder, wenig Autos, schöne PolitessenDas Koryo Hotel ist luxoriös und riesig. In seinen beiden Türmen beherbergt es 500 Zimmer, Schwimmbad, Sauna, Freizeiteinrichtungen, mehrere Restaurants, zwei Läden. Es gibt sogar eine Mikrobrauerei dort und eine eigene Stromversorgung. Es fehlen nur die Gäste. Im Laden gibt es auffallend viele deutsche Süßigkeiten, französische Waschmittel und deutsche und japanische Technikartikel. Die Preise sind in Euro ausgezeichnet.

Zunächst gibt es eine Besprechung mit unserer Dolmetscherin wegen des Programms für unseren Aufenthalt.

Im Euro-Bistro

Im Euro-Bistro der EU in PjöngjangEs ist Dienstag Abend. Dienstags findet immer ein Treffen von Entwicklungshelfern und Diplomaten in der EU-Vertretung im Diplomatenviertel statt. Das Treffen ist sehr beliebt, denn zum Ausgehen gibt es in Pjöngjang wenig Möglichkeiten. Einer holt uns ab. Es gibt Bratwurst mit Reis. Die Bratwurst stammt vom deutschen Metzger in Peking, leider ohne Senf.

Zum Treffen fahren wir ganz ohne Aufpasser. Ein Entwicklungshelfer holt uns ab mit einem Uraltauto. Moderne Autos seien in Nordkorea nicht zu reparieren wegen der Elektronik, erklärt er uns. Er erzählt uns auch, wie schwierig es gewesen sei, das Auto zu importieren und zuzulassen. Das erinnert dann an die Heimat und Reinhard Mey´s Lied vom "Antrag auf ein Antragsformular". Aber immerhin: eine Hauptuntersuchung (TÜV) oder eine Umweltplakette braucht es nicht. In Nordkorea darf fahren, was noch fahren kann, wie wir hier sehen können.

 

2. Tag in Pjöngjang

Der Frühstücksraum ist riesig und sehr schön gestaltet, aber menschenleer. Das Frühstück ist überschaubar. Man kann wählen zwischen Spiegelei, Omelette und gekochtem Ei. Dazu gibt es Joghurt, Toastbrot, Kaffee, Schwarz- oder Grüntee und Wasser. Der Joghurt komme aus einem Entwicklungshilfeprogramm erläutert der Seminarleiter.

Die Vorträge finden im Kulturpalast statt. Das Wort "Palast" ist keine Übertreibung. Das Haus ist so riesig wie ein sehr großer Palast. Am Eingang werden wir schon von der Hausherrin empfangen, die uns zu unserem Vortragssaal geleitet. Es ist ein weiter Weg durch das Gebäude.

Der Große und der Geliebte Führer, der Dolmetscher und unser Ginseng-BeraterDie Leinwand im Saal darf nicht in der Mitte aufgebaut werden, denn dann würde sie die Porträts von Kim Il-sung und Kim Jong-il verdecken, dem Großen und dem Geliebten Führer.

Das Interesse an meinem Seminar ist sehr groß. Statt der erwarteten 35 Teilnehmer sind 75 gekommen. Es sind Mitarbeiter von Firmen, die mit Ginseng oder Kräutern handeln, aber auch von verschiedenen Ministerien. Die Firmen sind immer staatlich. Trotzdem gibt es viel Rivalität zwischen ihnen.

Die Fenster sind wohl nicht zufälligZwei Dolmetscher sind anwesend, die sich während meines Vortrages ablösen. Im Gegensatz zu meinen Erfahrungen aus Südkorea lächelt kaum jemand. Alle schauen ernst und ernsthaft. Fragen werden keine gestellt. 

Auch wenn wir die Handys abgeben mussten: In Nordkorea gibt es zwei Netze, eins für In- und eins für Ausländer. Tatsächlich klingeln einige Handys während meines Vortrags. Das müssen Funktionäre sein, denn Handys sind so teuer, dass sich ein einfacher Bürger keines leisten kann.

Mittags fahren wir mit den Dolmetschern ins Hotel und essen dort mit ihnen. Es sind die einzigen, mit denen wir ein wenig privat sprechen können. Sie haben kein Handy, weil es zu teuer ist. Ein Handy (Auslaufmodell) kostet rund 340 Euro und etwa 5 Euro pro Monat. Das sind astronomische Summen für "einfache" Genossen.

nordkoreanisches Bier TaedonggangAbends besuchen wir ein Restaurant in der Nähe des Hotels. Hier gibt es alles. Auf unseren Fahrten durch die Stadt haben wir auch viele Läden gesehen, die gut gefüllt erschienen. Mangel gibt es hier offensichtlich nicht. Auf dem Land soll es aber ganz anders sein. Fraglich ist nur, wer sich das leisten kann.


Zum Abschluss des Abends besuchen wir die Bierbar des Hotels. Das Bier in Nordkorea ist wesentlich besser als das in Südkorea. Es ist besser gehopft und hat einen schönen und stabilen Schaum. Hier ist Deutschland wohl das Vorbild, denn Nordkorea hatte gute Beziehungen zur ehemaligen DDR, von der die Bundesrepublik auch die Nordkoreanische Botschaft geerbt hat. Das Bier in Südkorea orientiert sich am schlechten US-Vorbild (kein Schaum, süßlich-scheußlich aus deutscher Sicht).

Auch das Flaschenbier ist sehr gut. Ich probiere Taedonggang (das ist der Name des Flusses, der durch Pjöngjang fließt).

 

 

3. Tag Pjöngjang

Heute steht der letzte Vortrag auf dem Programm. Endlich kommen auch Fragen. Aber so einfach ist das nicht. Die Firmen bestehen darauf, dass alle anderen den Raum verlassen müssen. Jede Firma bekommt eine halbe Stunde, um ihre Fragen zu stellen.

Jetzt kommen die Nordkoreaner aus sich heraus. Eine Firma findet die Veranstaltung "nutzlos". Man hat es sich einfacher vorgestellt, den hervorragenden Kaesong Insam (koreanischer Ginseng aus der Region um Kaesong) nach Europa zu exportieren. Warum europäische Qualitätsansprüche und Arzneimittelgesetze den Export behindern, mag man nicht verstehen.

Diskriminierung der Naturheilkunde in Deutschland und Europa

Eigentlich möchte ich ihnen zustimmen, denn in Europa werden Naturheilmittel in der Tat diskriminiert - aber eben alle, ob sie in Europa angebaut werden oder aus Nordkorea stammen.

Die Schulmedizin in Deutschland und Europa hat die Pflanzenheilkunde längst in die Ecke gestellt. Mehr und mehr Pflanzen sind in den vergangenen 30 Jahren für die Anwendung in Fertigarzneimitteln verboten worden. Die seit Jahrhunderten bewährten Anwendungen werden immer weiter zurechtgestutzt - von Pharmaexperten, die keinerlei Ahnung von Pflanzen- und Naturheilkunde haben. Das ist der Erfolg von Lobbyarbeit und auch eine Form der Zensur, die die Gesundheit der Bevölkerung zugunsten der Profitmaximierung der Pharmakonzerne opfert.

Trotzdem vereinbaren wir Zusammenarbeit und machen Gruppenfotos.

Gruppenbild mit Firma 1Gruppenbild mit Firma 2Gruppenbild mit Firma 3Nachmittags haben wir Zeit für einen Ausflug. Wir besuchen eine Trophäe, die USS Pueblo, die 1968 vermutlich in nordkoreanische Gewässer eingedrungen ist, um Spionage zu betreiben. Das Schiff wurde geentert, die Besatzung festgesetzt.

Ganze 10 Euro kostet die Besichtigung. Ich wundere mich, warum es drinnen so dunkel ist. Aber es ist Stromausfall. Die Führung wird vom Militär durchgeführt. Plötzlich wird gesagt: der Strom ist wieder da. Wir sollen schnell den Film gucken. Aber nach ein paar Minuten ist der Strom wieder weg. Wir müssen warten, bis er wieder kommt.

Danach besuchen wir einen Kräuterladen. Er ist ganz neu und mit modernstem Interieur ausgestattet. Die Preise sind in nordkoreanischen Won und in Dollar (im Hotel sind alle Preise in Euro) ausgezeichnet.

In der ersten Pizzeria Nordkoreas

Abends treffen wir uns mit Mitarbeitern der Deutschen Botschaft und deutschen Entwicklungshelfern. Wir besuchen nach längerer Autofahrt die erste Pizzeria in Nordkorea, die vor kurzem durch die deutsche Presse ging.

Ist das ein Kaderrestaurant, wie in der deutschen Presse zu lesen war? Außer uns ist jedenfalls kein Gast anwesend. Die Wirtin ist auskunftsfreudig. Sie war einen Monat in Rom und hat bei einem Pizzabäcker gelernt. Die Zutaten für die Pizza kommen aus Italien. Das Restaurant durfte sie nur eröffnen unter der Auflage, mittags preiswerte Gerichte für die Bevölkerung anzubieten.

Man darf ihr wohl glauben, denn die Pizza ist besser als in manchen Restaurants in Deutschland.

 

 

4. Tag Pjöngjang

Am Abreisetag haben wir Zeit, um Besichtigungen durchzuführen. Unsere Absicht war, einen Berg zu besuchen, der einen guten Überblick über Pjöngjang bietet. Unsere Dolmetscherin hat dafür den nötigen Passierschein besorgt. Aber unsere Fahrt endet an einer Straßensperre. Die beiden Frauen, die sie bewachen, lassen sich durch den Passierschein nicht beeindrucken. Da hilft alles argumentieren nicht. Ohne Zustimmung des abwesenden Chefs wollen sie uns nicht passieren lassen.

Wir haben wenig Zeit, also verzichten wir und wollen stattdessen eine Burganlage besichtigen. Das geht leider auch nicht. Am Ende besichtigen wir einen Tempel, der nicht mehr in Betrieb ist. Dafür dürfen wir dort nach Herzenslust fotografieren (was man in Südkorea aus Respekt vor den Gläubigen nicht machen sollte).

Direktor Prof. Dr. Mun Sang Min empfängt unseren Ginseng-BeraterEin Höhepunkt ist zweifelsohne der Besuch im Universitätskrankenhaus von Pjöngjang. Wir werden vom Direktor Prof. Dr. Mun Sang Min und Prof. Dr. Sok empfangen. Diese Ehre wird nur wenigen Besuchern gewährt, aber mit Deutschland verbindet die Klinik eine ausgezeichnete Zusammenarbeit. Nordkoreanische Ärzte waren in Deutschland und deutsche in Pjöngjang. Dr. Sok spricht fließend deutsch.

 

 

Von so viel Service kann ein Patient in Deutschland nur träumen

Die Klinik hat 600 Ärzte, 900 Krankenschwestern und 300 Medizinstudenten für 1.200 Patienten. Von solchen Zahlen kann ein deutsches Krankenhaus wohl nur träumen.

Wir besuchen die naturheilkundliche Abteilung. Die traditionelle Medizin wird hier Koryo-Medizin genannt. Dies entspricht im wesentlichen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). 25 Tonnen Heilkräuter werden hier jährlich verbraucht, alles aus Wildsammlungen. In Nordkorea (wie im Süden auch) wird die Naturheilkunde nicht wie in Deutschland unterdrückt und diskriminiert, sondern besteht gleichberechtigt.

 

Diskriminierung der Naturheilkunde in Deutschland und EU

In Deutschland und der EU kann man Naturheilkunde nicht studieren. Es gibt nur Zusatzangebote für Schulmediziner. Dem entsprechend gering ist der Wissensstand von Ärzten und Apothekern. "Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" kann man in den meisten Fällen also vergessen. Einen Kommentar dazu finden Sie im Naturheilkundelexikon.

Wenn man darüber diskutiert, ob Nordkorea ein unfreies Land ist, wird man auch darüber sprechen müssen, dass es dort Freiheit für die traditionelle Heilkunde gibt, sie in Deutschland und der EU aber systematisch unterdrückt wird. Freiheit hat eben viele Aspekte.

Da Naturheilkunde nachhaltig wirkt und wesentlich günstiger ist als chemische Pharmazeutika, spart sie jede Menge Geld.

Danach besuchen wir eine Firma, die hauptsächlich mit Koryo Insam handelt, aber auch eine Abteilung für Krankenhausbedarf hat, in der viele deutsche Produkte verkauft werden. Oben befindet sich noch ein Optikergeschäft. Alles ist sehr modern, aber keineswegs nur für Ausländer - ganz im Gegenteil.
Im Ginseng-Laden in Pjöngjang gibt es besten Ginseng aus KaesongDie Ausreise ist einfach. Das Handy gibt es zurück, Gepäck wird nicht kontrolliert. Im Flugzeug von China Air sitzen nur etwas mehr als 20 Personen.

Wandel gibt es nur ohne Embargo

Meine Reise in ein weitgehend unbekanntes Land ist zu Ende. Mein Eindruck ist, dass die Nordkoreaner gern mehr Handel treiben würden. Die EU hat das erkannt. Wandel durch Handel ist wesentlich besser als die Konfrontation, die die USA und die UNO bisher mit diesem Land "pflegten".

Die USA müssen aus Korea abziehen

Missionarischer Eifer und imperialistisches Gehabe werden in Nordkorea nichts bewirken als Widerstand.

Die feindliche Gesinnung vor allem der USA festigt das Regime. Es gibt ihm die Legitimation. Darbende und von äußeren Informationen abgeschnittene Bürger geben nicht ihren Führern die Schuld an ihren Problemen, sondern den feindlichen Mächten. Sie lassen die Bürger im Kampf zusammenrücken. Das nützt den Machthabern. "Der Westen", also überwiegend die USA, ist schuld, wenn Menschen in Nordkorea verhungern. Die Embargos gehören abgeschafft. Egal wo, sie treffen immer nur das Volk.

Man sollte das Vernünftige wollen, nämlich, dass die Koreaner ihre Belange selbst bereinigen. Die Zeit, als es vielleicht die Notwendigkeit eines Bollwerks gegen den Kommunismus gab, ist lange vorbei. Die USA haben das verschlafen, wohl weil sie ihrem Machtverlust in aller Welt ohnmächtig zusehen müssen. Rambo ist nicht mehr gefragt.

Niemand kann wirklich wollen, dass Nordkorea zusammenbricht. Denn niemand weiß, was dann passiert. Ein friedlicher Übergang erscheint unter den gegebenen Voraussetzungen kaum denkbar.

 

 

Fotos auf dem Weg zum Flughafen

Die meisten Fotos wurden aus dem fahrenden Auto gemacht. Sie geben aber doch einen Eindruck. Der Flughafen von Pjöngjang liegt etwa 20 km von der Hauptstadt entfernt.

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