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4. Tag in Pjöngjang
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Am Abreisetag haben wir Zeit, um Besichtigungen durchzuführen. Unsere Absicht war, einen Berg zu besuchen, der einen guten Überblick über Pjöngjang bietet. Unsere Dolmetscherin hat dafür den nötigen Passierschein besorgt. Aber unsere Fahrt endet an einer Straßensperre. Die beiden Frauen, die sie bewachen, lassen sich durch den Passierschein nicht beeindrucken. Da hilft alles argumentieren nicht. Ohne Zustimmung des abwesenden Chefs wollen sie uns nicht passieren lassen.
Wir haben wenig Zeit, also verzichten wir und wollen stattdessen eine Burganlage besichtigen. Das geht leider auch nicht. Am Ende besichtigen wir einen Tempel, der nicht mehr in Betrieb ist. Dafür dürfen wir dort nach Herzenslust fotografieren (was man in Südkorea aus Respekt vor den Gläubigen nicht machen sollte).
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Tempel in der Nähe von Pjöngjang

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Ein Höhepunkt ist zweifelsohne der Besuch im Universitätskrankenhaus von Pjöngjang. Wir werden vom Direktor Prof. Dr. Mun Sang Min und Prof. Dr. Sok empfangen. Diese Ehre wird nur wenigen Besuchern gewährt, aber mit Deutschland verbindet die Klinik eine ausgezeichnete Zusammenarbeit. Nordkoreanische Ärzte waren in Deutschland und deutsche in Pjöngjang. Dr. Sok spricht fließend deutsch.
Die Klinik hat 600 Ärzte, 900 Krankenschwestern und 300 Medizinstudenten für 1.200 Patienten. Von solchen Zahlen kann ein deutsches Krankenhaus wohl nur träumen.
Wir besuchen die naturheilkundliche Abteilung. Die traditionelle Medizin wird hier Koryo-Medizin genannt. Dies entspricht im wesentlichen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). 25 Tonnen Heilkräuter werden hier jährlich verbraucht, alles aus Wildsammlungen. In Nordkorea (wie im Süden auch) wird die Naturheilkunde nicht wie in Deutschland unterdrückt und diskriminiert, sondern besteht gleichberechtigt.
In Deutschland und der EU kann man Naturheilkunde nicht studieren. Es gibt nur Zusatzangebote für Schulmediziner. Dem entsprechend gering ist der Wissensstand von Ärzten und Apothekern. "Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" kann man in den meisten Fällen also vergessen. Einen Kommentar dazu finden Sie im Naturheilkundelexikon.
Wenn man darüber diskutiert, ob Nordkorea ein unfreies Land ist, wird man auch darüber sprechen müssen, dass es dort Freiheit für die traditionelle Heilkunde gibt, sie in Deutschland und der EU aber systematisch unterdrückt wird. Freiheit hat eben viele Aspekte.
Da Naturheilkunde nachhaltig wirkt und wesentlich günstiger ist als chemische Pharmazeutika, spart sie jede Menge Geld.
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Prof. Dr. Mun Sang Min der Direktor des Medizinischen Universitätskrankenhauses in Pjöngjang vor einer Grafik des Krankenhauses

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Vor dem Universtitätskrankenhaus in Pjöngjang In der Mitte der langjährige Direktor des Krankenhauses, Prof. Dr. Mun Sang Min, rechts Prof. Dr. Sok, der fließend Deutsch spricht. Daneben Dr. Seliger, der Delegationsleiter von der Hanns-Seidel-Stiftung, links unsere Dolmetscherin (Aufpasserin), daneben unser Ginseng-Berater. Die Ehre eines Empfangs durch den Direktor wird nur wenigen Besuchern zuteil.

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In der Krankenhausapotheke der Abteilung für traditionelle koreanische Medizin stehen Kräuter für eine Rezeptur bereit. In den Schubladen im Hintergrund befinden sich Kräuter. Ein wunderbarer Duft liegt in der Luft.

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Danach besuchen wir eine Firma, die hauptsächlich mit Koryo Insam handelt, aber auch eine Abteilung für Krankenhausbedarf hat, in der viele deutsche Produkte verkauft werden. Oben befindet sich noch ein Optikergeschäft. Alles ist sehr modern, aber keineswegs nur für Ausländer - ganz im Gegenteil.
Die Ausreise ist einfach. Das Handy gibt es zurück, Gepäck wird nicht kontrolliert. Im Flugzeug von China Air sitzen nur etwas mehr als 20 Personen.
Die Reise in ein weitgehend unbekanntes Land ist zu Ende. Der Eindruck ist, dass die Nordkoreaner gern mehr Handel treiben würden. Die EU hat das erkannt. Wandel durch Handel ist wesentlich besser als die Konfrontation, die die USA und die UNO bisher mit diesem Land "pflegten".
Missionarischer Eifer und imperialistisches Gehabe werden in Nordkorea nichts bewirken als Widerstand.
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Im Ginseng-Laden in Pjöngjang Hier wird Kaeson Insam - Ginseng aus der Region um die Stadt Kaesong - gehandelt.

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3. Tag in Pjöngjang
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