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Vorsicht: Falscher Ginseng

Vorsicht: Falscher Ginseng

Viel Geld lässt sich offenbar mit falschem Ginseng verdienen. So wird immer wieder sogenannter "Sibirischer Ginseng" beworben. Das ist auch eine Pflanze, die aber den Namen Eleutherococcus senticosus trägt, auch Eleutherokokk oder Taiga-Wurzel genannt. Die erst seit rund 80 Jahren bekannte sibirische Pflanze, die vorher nie zu Heilzwecken verwendet wurde. Der dornige Strauch wächst wild in den riesigen Waldgebieten Süd- und Südostsibiriens. Verwendet wird der Wurzelstock, Rhizoma eleutherococci, zur Erhöhung der Widerstandskraft des Organismus und zur Verminderung der Stressanfälligkeit.

Dreiste Verbrauchertäuschung

Fälschlicherweise wird die Pflanze auch Sibirischer Ginseng genannt. Vermutlich wird diese Bezeichnung gewählt, um den Absatz zu verbessern und vom Ruf des echten Ginseng zu profitieren. Doch das ist dreiste Verbrauchertäuschung, denn Eleutherokokk hat eine wesentlich schwächere Wirkung als koreanischer Ginseng.

Neben dem koreanischen Ginseng gibt es nur noch drei andere Arten von echtem Ginseng:

  • amerikanischer Ginseng, Panax quinquefolius, in Nordamerika wild vorkommende und kultivierte Ginseng-Pflanze, deren Heilkraft aber in keiner Weise an die des echten koreanischen Ginseng heranreicht. Sein Spektrum an Ginsenosiden ist wesentlich geringer. Er hat nur 13 verschiedene Ginsenoside, während echter koreanischer Ginseng mehr als 30 verschiedene Ginsenoside aufweist.
  • chinesischer Ginseng, Panax notoginseng. In China beheimatete Ginseng-Art mit schwacher Wirkung. Er hat 14 verschiedene Ginsenoside, Panax ginseng, der echte koreanische, hat dagegen mehr als 30.
  • japanischer Ginseng, Panax pseudoginseng subsp. japonicus. Diese in Japan beheimatete Ginseng-Art wurde schon früh zu Heilzwecken eingesetzt. Ihre Wirkung ist jedoch eine andere als beim koreanischen Ginseng.

    Koreanischer Ginseng mit seinen mehr als 30 bislang entdeckten Ginsenosiden wirkt als Adaptogen, also ausgleichend.

    Japanischer Ginseng hat dagegen nur acht Ginsenoside, von denen zwei (C-III, C-IV) im koreanischen Ginseng nicht vorkommen. Das dritte G-Ro findet sich im japanischen Ginseng in 270-fach höherer Dosierung als im weißen koreanischen. Deshalb kann der japanische Ginseng kein Adaptogen sein, sondern hat eine spezifische Wirkung.